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Was ist Seife eigentlich?

Wir alle benützten mehrmals täglich Seife, ob zum Händewaschen oder unter der Dusche. Die richtige Seife macht daher einen echten Unterschied für eine feine, problemfreie Haut. Wenn du weisst, was Seife eigentlich ist und wie sie hergestellt wird, ist es für dich auch ganz einfach, in Zukunft diejenige im Regal zu wählen, die deiner Haut richtig gut tut. Heisst: Eine gute Seife reinigt sanft und pflegt nachhaltig.

Seife

WAS IST SEIFE?

Seife entsteht, wenn Öle bzw. Fette mit Lauge gemischt werden, so dass die Fette aufgespalten werden und sich die Fettsäuremoleküle mit jeweils einem Laugenmolekül zu einem Seifenmolekül verbinden. Übrig bleiben dabei die Glycerinmoleküle.

WIE SEIFE HERGESTELLT WIRD

Im Mittelalter wurde Seife aus Holzasche und Schweineschmalz hergestellt. Lustig, dass man aus zwei an sich schmutzigen oder zumindest eher unappetitlichen Dingen DEN Hygieneartikel überhaupt herstellt, oder? Die heutige industrielle Herstellung klingt leider auch nicht so amächelig: Zur Herstellung von industriellen Seifen werden üblicherweise minderwertige (weil günstige) Fette verwendet, die auch durch Heißpressungen oder durch Extraktion mit Lösungsmitteln gewonnen sein können. Nebst pflanzlichen Fetten werden auch tierische Fette wie Talg, Schmalz oder Fett aus Knochen, die bei der Tierverwertung anfallen, eingesetzt. Die Fette werden mit der Lauge gekocht und das überschüssige Glycerin abgeschöpft.
Eine solche Seife reinigt zwar insofern, als dass sie Schmutz von der Haut entfernt. Sie hat jedoch keinerlei pflegende Wirkung. Industriellen Seifen werden zudem noch eine Reihe von Zusatzstoffen zugefügt, insbesondere Duft- und Konservierungsstoffe. Diese sind auch meistens die Ursache, wenn allergische Hautreaktionen auftreten, und nicht die Seife selbst. Jedoch können Seifen mit einem hohen Anteil an kurzkettigen, gesättigten Fettsäuren ebenfalls Reizungen auslösen.
Selbst wenn eine Seife aus hochwertigen Ölen mit ungesättigten Fettsäuren und Vitaminen hergestellt würde, ist die Pflegewirkung gleich null, weil Vitamine und Co. temperaturempfindlich sind und während des Kochens absterben. (Genau darum kaufst du ja kaltgepresstes Öl für deinen Salat.) Um Seifen trotzdem noch eine gewisse Pflegwirkung geben zu können, werden im Nachhinein noch Glycerin und andere, teilweise künstliche hergestellte Zusatzstoffe beigefügt und oft auf den Etiketten in den Vordergrund gerückt („mit Aloe Vera“, „mit Vitamin E“). Sie bilden jedoch nur einen ganz geringen Anteil der Inhaltsstoffe und rangieren entsprechend zu hinterst auf den INCI-Listen.

WARUM KALTGERÜHRTE SEIFEN SO GUT SIND

Von Hand im Kalksiedeverfahren hergestellte Seifen (= echte Naturseifen) spielen in einer komplett anderen Liga wie industriell hergestellte, verkochte Seifen. Einzige Gemeinsamkeit ist der chemische Vorgang Fett + Lauge = Seife + Glycerin.
Den entscheidenden Unterschied machen:
– die Inhaltsstoffe (hochwertige, pflanzliche Öle)
– die Überfettung (es werden nicht alle Öle verseift)
– das Glycerin (das natürlich während der Verseifung entsteht)
– die Temperatur (kalt rühren statt kochen)
– der Zeitbedarf (Handarbeit und Reifezeit)

Wie kalt gerührte Seifen z.B. von maisoap in Berlin von Hand hergestellt werden, erkläre ich euch in einem nächsten Post.

NATURSEIFE ODER NICHT?

Zum Schluss noch zwei INCI-Listen von Seifen. Beide werden als Naturseifen verkauft. Du siehst, die eine Seife hat eine Reihe komisch klingender Inhaltsstoffe (Sorbitol, Sulfate, Alkohol, Tetrasodium EDTA), die sich nicht aus der eigentlichen Seifenherstellung ergeben (ein Teil davon sind zudem aggressive Tenside und ein Teil stark umweltbelastend – aber kritische Inhaltsstoffe sind nochmals ein weiteres Thema). Was mit „natürlichen Inhaltsstoffen“, für die die Seife als Naturseife verkauft wird, in der industriellen Herstellung passiert, hast du ja oben gelesen. Echte Naturseifen enthalten verseifte Pflanzenöle, ätherische Öle und je nach Rezept natürliche Goodies für die Haut wie Salze, Ziegenmilch oder pflanzliche Extrakte. Sonst NICHTS. Für mich ist klar, dass nur eine Naturseife dank ihrer hochwertigen Inhaltsstoffe und dem Kaltrührverfahren diesen Namen verdient. Leider ist „Naturseife“ kein geschützter Name. Aber ab heute kannst du selber die Seifen im Laden drehen, die INCI-Liste checken und den Spreu vom Weizen trennen.

Seife 1
Glycerin, Aqua (Water), Sodium Stearate, Sorbitol, Sodium Laureth Sulfate, Sodium Laurate, Sodium Lauryl Sulfate, Parfum (Fragrance), Camellia Sinensis (Green Tea) Leaf Extract, Betula Alba (Birch) Leaf Extract, Sodium Citrate, Sodium Chloride, Tetrasodium EDTA, Limonene, Stearic Acid, Lauric Acid, Alcohol, CI 77891, CI 77288
(„Naturseife Grüntee“ – kommt im Shop mega natürlich daher…)

Seife 2
Sodium Cocoate, Potassium Cocoate, Cocos nucifera Oil, Aqua, Limonen*, Linalool*, Cinnamal*, Farnesol*, Isoeugenol*, Cumarin*, Benzylbenzoat*, Benzylsalicylat*, CI 77007 (Ultramarin) *als natürlicher Bestandteil ätherischer Öle
(Kaltgerührte Kokosseife Lavendel)